Aikido - was ist das ?

Diese Frage hören wir oft - fast jeder kann sich etwas unter Judo (Mattensport mit Würfen und Hebeln), Karate (Treten, Schlagen) oder Tai Chi (Zeitlupenbewegungen) vorstellen; auch Derivate (z.B. Krav Maga; MMA), nichtjapanische Varianten (z.B. Muai Thai; Kickboxen; Taekwondo) oder weniger exotische Kampfsportarten  (z.B. Boxen oder Ringen) sind geläufig.  Welche "Lücke" füllt denn da Aikido ? Für wen und warum soll das gut sein ? Wir geben eine Orientierung:

Kampfsport und Kampfkunst


Mit Kampfsport ist in der Regel "Freikampftraining" gemeint. Jeder Kämpfer versucht zu gewinnen, "verbredete" Formen gibt es in dieser Situation nicht. Das "freie Kämpfen" nach Regeln m Rahmen eines Wettbewerbs wird in den japanischen Kampfkünsten "Shiai" genannt.


Bei Kampfkunst fehlt in der Regel das "Freikampfelement" - werden Abläufe mit einem "Gegner" geübt, so ist dieser meist ein/e TrainingspartnerIn und die "Kampfhandlungen" sind (mehr oder weniger) stark "verabredet". Das heisst nicht, dass man/frau dabei ohne körperliche Anstrengung auskommt - es heisst nur, dass die Abläufe immer kontrollierter sind, als in einem Freikampfszenario. In den japanischen  Kampfkünsten wird diese Trainingsform "Kata" genannt.       


Shiai und Kata sind neben dem Kihon (Grundlagentraining) die drei wesentlichen Elemente einer japanischen Kriegskunst.

 

Was trainiert Aikido ?


Von außen betrachtet ist Aikido eine Kampfkunst (allerdings ohne "Shiai"), die sehr japanisch daherkommt (wir tragen einen Hakama zum Training, es gibt eine Dojo mit Kamiza / Shomen; Höflichkeit spielt eine wichtige Rolle) und Kampfabläufe mit und ohne den klassischen Waffen werden geübt (also Stock, Schwert, Messer); Ziel ist es , das Gleichgewicht des Partners zu manipulieren, ihn zu werfen oder zu kontrollieren (durch Verhebelung der Gelenke) - jeder Aikidoka übt hierbei in der Rolle des Angreifers (Uke) oder des Angegriffenen (Nage) - Gewichts- und Altersklassen gibt es nicht, es geht ruhig und konzentriert zu. 


Von innen fühlt es sich wie ein Ganzkörpertraining an (auf jedem gewünschten Niveau):  hinfallen, aufstehen (viele male !!) fordern Arm- und Beinmuskeln auf natürliche Weise, die vorsichtige Ausführung der Hebel strecken und dehnen die Muskulatur und die komplexen Bewegungen erfordern Aufmerksamkeit und Konzentration (denn: falsches Timing, Bewegungen oder Abstände führen "zum Tod" ) auch wenn der Puls > 130 ist und der effektive Einsatz des eigene Schwerpunktes entwickelt eine größtmögliche Entspannung in der Bewegung und Kontrolle der Atmung.


Alle gesundheitlichen Aspekte eines Sports sind also im Aikido vorhanden und man/frau erfährt etwas über Selbstverteidigung und Selbstschutz (Falltechnik; Beobachtung; Antizipation) über das "Vehikel" des kulturellen Erbes des alten Japan: Budo

 

Durch den Wegfall von "Shiai" wendet sich Aikido an alle Altersgruppen/Geschlechter - das Gemeinschaftsgefühl eines Dojos steht im Vordergrund; alle helfen allen, etwas mehr zu erreichen, als man/frau es alleine könnte - eben "typisch japanisch" .

Die Beschäftigung mit dem "Do" in Budo ist ein weiteres Kapitel für sich - der Versuch, etwas "so gut wie es einem möglich ist" zu tun, hat in den Kriegskünsten (aus nachvollziehbaren Gründen) einen wichtigen Platz - dieser Aspekt kann neue Sichtweisen bringen und helfen,  die heutigen Alltagsanforderungen besser bewältigen zu können.    


Und nun - "etwas tun" ist der Schlüssel zu allem  !! Komm vorbei, Probetraining bei uns jederzeit !!