Prüfungen und Graduierungen
Wie in den meisten asiatischen Kampfkünsten oder Kampfsportarten
ist auch im Aikido das von Jigoro Kano (Begründer des Judo) entwickelte Stufensystem (dan-i) anzutreffen (Dan = Stufe).
Dieses System unterscheidet:
A) Mudansha (jap.: Ohne Stufe )
Das sind im Aikido die fünf sogenannte Schülergrade der Anfänger
5. Kyu bis 1. Kyu (beginnend bei 5)
B) Yudansha (jap.: Mit Stufe)
Das sind die sogenannten Dangrade der Fortgeschrittenen.
Ab 1. Dan (Shodan) aufwärts
Im Tendoryu Aikido wird – wie es in Japan ursprünglich und heute noch gehandhabt wird - auf farbige Gürtel bei den Kyu-Graden verzichtet, d.h. man trägt entweder einen weißen Gürtel (Mudansha) oder einen schwarzen Gürtel (Yudansha).
Ein schwarzer Hakama kann von Anfang an getragen werden, es handelt sich hier lediglich um ein Bekleidungsstück und nicht um ein Rangabzeichen (auch dies entspricht der ursprünglichen, japanischen Tradition). Ab Shodan wird der Hakama aber verbindlich.
Niemand „muss“ sich einer solchen Bewertung unterziehen.
Durch die Wahl seines Lehrers entscheidet man selbst, von wem man beurteilt werden möchte.
Auch hier zeigt sich der Unterschied zum Sport, der mit objektiven Messungen und Regeln arbeitet.
Über die Menschen sagen solche Vergleiche wenig. So können Personen mit rücksichtslosem Verhalten und schlechten Manieren wohl Sieger im Weitspringen werden, aber wohl kaum einen höheren Dangrad in einem klassischen Budo und mit Sicherheit nicht im Tendoryu Aikido erreichen.
Was man bedenken sollte:
Die Kyu- und Dangrade jeder asiatischen Kampkunst oder Kampfsportes sind individuelle Rückmeldung eines Lehrers an seine Schüler. Sie geben dem Schüler eine Information über seine persönliche Entwicklung und sind damit höchst subjektiv.
Michael Wefers erhielt im März 2008 von Shimizu Sensei die Erlaubnis Rückmeldungen bis zum 1. Dan auszusprechen.
Shodan heisst übersetzt soviel wie „Anfangsdan“, d.h. man geht davon aus, dass der Schüler ab jetzt anfängt, sich ernsthaft mit Aikido auseinanderzusetzen.
Hier lauert eine weitere Gefahr, weil für viele lediglich der schwarze Gürtel Ziel ihrer Sehnsüchte ist. Hat man diesen erreicht und kann es der Außenwelt auch „zeigen“, droht die rechte Einstellung einzuschlafen.
Damit sind aber nicht nur keine Fortschritte mehr möglich, sondern auch Rückschritte bereits programmiert.
